Compare Listings

Der U-Wert: Dämm­fä­hig­keit ver­schie­de­ner Bau­stof­fe

Der U-Wert: Dämm­fä­hig­keit ver­schie­de­ner Bau­stof­fe

Ener­gie­spa­ren ist heut­zu­ta­ge ein rele­van­tes The­ma beim Haus­bau. Hier­bei spielt auch der U-Wert der Bau­stof­fe eine wich­ti­ge Rol­le. Was das ist? Wir erklä­ren es Ihnen! Vom Dach­zie­gel über Fens­ter­glas bis hin zu Putz und Klin­ker­stei­nen – bei einem Neu­bau oder einer Sanie­rung schreibt Ihnen die Ener­gie­spar­ver­ord­nung (EnEV) vor, wel­che Dämm­fä­hig­keit die Bau­stof­fe der Gebäu­de­hül­le min­des­tens auf­wei­sen müs­sen. Denn nur ein gut gedämm­tes Haus ver­liert wenig Wär­me über Wän­de, Böden, Decken und Fens­ter und spart so Ener­gie.

Die Wär­me­leit­fä­hig­keit der Stof­fe – also die Geschwin­dig­keit, mit der sie den Wär­me­strom durch­las­sen – wird in der Bau­phy­sik als U-Wert (engl. Unit of heat-trans­fer) ange­ge­ben. Der U-Wert ersetz­te im Zuge der Euro­päi­sie­rung der Bau­nor­men die her­kömm­li­che Bezeich­nung für die Wär­me­leit­fä­hig­keit eines Stof­fes: den k-Wert.

 

Gute Wär­me­lei­ter, schlech­te Wär­me­lei­ter

Der U-Wert defi­niert, wie viel Wär­me ein Qua­drat­me­ter Bau­stoff pro Stun­de nach außen lei­tet. Dabei gilt: Je nied­ri­ger der Wär­me­ver­lust eines Gebäu­des ist, des­to bes­ser ist die Dämm­ei­gen­schaft und des­to nied­ri­ger der U-Wert. In Zah­len sieht das so aus: Eine gute Wär­me­dämm­fä­hig­keit weist einen U-Wert von weni­ger als 0,25 Watt pro Qua­drat­me­ter und Kel­vin (W/m²K) auf. Ein sehr guter Wert bewegt sich zwi­schen 0,15 und 0,10 W/m²K.

Eine sehr gute Wär­me­däm­mung bringt jedoch in gewis­sem Maße auch Pro­ble­me mit sich:
Die hohe Dich­tig­keit der Gebäu­de­hül­le beein­flusst das Raum­kli­ma, da der Luft­aus­tausch nur schlep­pend ver­läuft. Moder­ne Häu­ser mit einem guten U-Wert soll­ten daher mit einer kon­trol­lier­ten Wohn­raum­lüf­tung aus­ge­stat­tet sein. Die­se ist spe­zi­fisch pro­gram­miert und arbei­tet somit voll­au­to­ma­tisch. Auf die­se Wei­se ist alle drei Stun­den die kom­plet­te Luft im Haus kom­plett aus­ge­tauscht, das Ergeb­nis ist eine her­vor­ra­gen­de Raum­luft – wor­über sich auch All­er­gi­ker freu­en wer­den Bau­her­ren soll­ten auf einen mög­lichst hohen Wär­me­rück­ge­win­nungs­wert von min­des­tens 75 % ach­ten.

Wän­de aus Bau­stof­fen, die hohe (also ungüns­ti­ge) U-Wer­te auf­wei­sen, müs­sen ent­spre­chend dicker gebaut wer­den, um die EnEV-Nor­men zu erfül­len. Dadurch kön­nen sich die Mate­ri­al­kos­ten ver­dop­peln und die Wohn- oder Außen­flä­che ver­klei­nert sich.

 

Stol­per­stei­ne bei der Inter­pre­ta­ti­on der U-Wer­te

Das Pro­blem beim U-Wert: Er ist unter sta­ti­schen Labor­be­din­gun­gen fest­ge­legt wor­den. Dyna­mi­sche Ver­än­de­run­gen, denen jedes Haus durch Wind und Wet­ter aus­ge­setzt ist, berück­sich­ti­gen sie nicht. Das heißt: Zwei Häu­ser, die aus dem­sel­ben Bau­stoff erbaut wur­den, aber unter­schied­li­chen Wet­ter­be­din­gun­gen aus­ge­setzt sind, wei­sen nicht die­sel­be Wär­me­dämm­fä­hig­keit auf. Steht das eine wind­ge­schützt inmit­ten einer Sied­lung, das ande­re dem Wind aus­ge­setzt auf einem Berg, wird das geschützt lie­gen­de Haus trotz der Ver­wen­dung des­sel­ben Bau­stof­fes einen gerin­ge­ren Wär­me­ver­lust auf­wei­sen.

Eine wei­te­re wich­ti­ge Kom­po­nen­te, die den Wär­me­ver­lust eines Hau­ses erheb­lich beein­flusst, ist die Anzahl und vor allem Grö­ße der ver­bau­ten Fens­ter. Jedes Fens­ter stellt eine Wär­me­brü­cke dar und min­dert damit die Dämm­fä­hig­keit einer Haus­wand. Der U-Wert kann also eine soli­de Ori­en­tie­rung bie­ten, nicht aber einen indi­vi­du­ell ver­läss­li­chen, belast­ba­ren Wert an die Hand geben.

 

Die gän­gigs­ten Bau­stof­fe und ihre U-Wer­te

Die Iso­lier­fä­hig­keit eines Bau­stof­fes erhöht sich durch das Ein­schlie­ßen von Luft­kam­mern. Sie die­nen als Wär­me­puf­fer. Ein mehr­fach ver­glas­tes Fens­ter weist einen Luft­puf­fer zwi­schen den ein­zel­nen Schei­ben auf – die­se sen­ken den U-Wert erheb­lich.

Bei­spiel: Ein Fens­ter mit einer Ein­fach­ver­gla­sung weist einen U-Wert von 5,3 W/m²K auf. Bei einer moder­nen Zwei­fach­ver­gla­sung schrumpft der Wert auf 1,3 W/m²K. Drei­fach ver­glas­te Fens­ter schaf­fen sogar einen U-Wert von rund 0,8 W/m²K und weni­ger. Wegen der iso­lie­ren­den Wir­kung der o.g. Luft­puf­fer wer­den auch in Dach­zie­gel und Bau­stei­ne soge­nann­te „Wär­me­kam­mern“ ein­ge­bracht, die mit Luft gefüllt sind.

Wär­me­leit­fä­hig­keit klas­si­scher Bau­stof­fe im Über­blick:
Nadel­höl­zer = 0,13 W/m²K
Laub­höl­zer = 0,18 W/m²K
Mau­er­zie­gel = 0,23 W/m²K
Kalk­sand­stein = 0,56 W/m²K
Beton mit hoher Roh­dich­te = 2,0 W/m²K

Je nach Her­stel­ler kön­nen die U-Wer­te der Mate­ria­li­en vari­ie­ren. Im Inter­net fin­den Sie ver­schie­de­ne U-Rech­ner, mit deren Hil­fe Sie mit weni­gen Klicks die Wär­me­leit­fä­hig­keit ver­schie­de­ner Bau­stof­fe aus­rech­nen kön­nen.

 

Ener­gie­wer­te kon­ven­tio­nel­ler Nass­bau und Fer­tig­bau­wand in Holz­stän­der­bau­wei­se

Die Ener­gie­wer­te eines Hau­ses sind von sei­ner Bau­wei­se und den ver­bau­ten Stof­fen abhän­gig. In bei­den Punk­ten unter­schei­det sich der kon­ven­tio­nel­le Nass­bau erheb­lich von einem Fer­tig­bau mit Wän­den in Holz­stän­der­bau­wei­se.

Wäh­rend das Haus beim Nass­bau Stein auf Stein errich­tet wird, ent­steht die Fer­tig­bau­wand in der Fabrik und setzt sich aus meh­re­ren Mate­ria­li­en mit idea­len Dämm­fä­hig­kei­ten zusam­men: Zuerst ent­steht das Gerüst aus Holz­stän­dern. Die Stän­der wer­den danach über Quer­ver­stre­bun­gen fest mit­ein­an­der ver­bun­den und der Raum zwi­schen den Holz­stän­dern mit Dämm­ma­te­ri­al gefüllt. Im letz­ten Schritt wird die offe­ne Wand beid­sei­tig mit Holz­plan­ken ver­schlos­sen, die auf die Rah­men­kon­struk­ti­on mon­tiert wer­den. Die­se Bau­wei­se sorgt dafür, dass eine gera­de ein­mal 29 Zen­ti­me­ter dicke Fer­tig­bau­wand in Holz­stän­der­bau­wei­se einen beson­ders nied­ri­gen U-Wert von 0,14 W/m²K (Bsp.: Fer­tig­haus­wand der Fir­ma SCHWABENHAUS) auf­weist. Eine Mas­siv­wand aus Zie­gel­mau­er­werk plus Dämm­ma­te­ri­al erreicht einen ver­gleich­ba­ren Wert hin­ge­gen erst bei einer dop­pelt so dicken Gebäu­de­hül­le.

Die Fer­tig­bau­wand ist bei ver­gleich­ba­rem U-Wert damit nicht nur die platz­spa­ren­de­re Vari­an­te, das ver­bau­te rege­ne­ra­ti­ve Mate­ri­al sorgt auch für ein gesun­des Raum­kli­ma und bie­tet dem Fer­tig­haus­bau­her­ren dar­über hin­aus öko­lo­gi­sche und finan­zi­el­le Vor­tei­le.

 

img

sh

Ähnliche Beiträge

Vor- und Nach­tei­le ver­schie­de­ner Heiz­tech­ni­ken

Die Auswahl an verschiedenen Heiztechniken ist groß. Sie unterscheiden sich vor allem im Anschaffungspreis, dem Raumbedarf und den Betriebskosten.

Weiterlesen
von sh

Wär­me­pum­pe: Mit Umwelt­wär­me effi­zi­ent hei­zen

Ein autarkes, kleines Heizwerk im Keller oder Technikraum, das ohne Brennstoffe auskommt, effizient arbeitet und dabei die Umwelt schont. Gibt es nicht? Doch! Wärmepumpentechnik

Weiterlesen
von sh

Kos­ten­fal­le Unter­hal­tungs-Elek­tro­nik

Ob Flachbildfernseher, Spielkonsole, Laptop oder Tablet: Etwa 25 Prozent des Stromverbrauchs eines Durchschnittshaushalts in Deutschland geht mittlerweile auf das Konto von Geräten...

Weiterlesen
von sh

Mitdiskutieren

X

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklärsten Sie sich damit einverstanden.

Schließen