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Wär­me­pum­pe: Mit Umwelt­wär­me effi­zi­ent hei­zen

Wär­me­pum­pe: Mit Umwelt­wär­me effi­zi­ent hei­zen

Ein aut­ar­kes, klei­nes Heiz­werk im Kel­ler oder Tech­nik­raum, das ohne Brenn­stof­fe aus­kommt, effi­zi­ent arbei­tet und dabei die Umwelt schont. Gibt es nicht? Doch! Wär­me­pum­pen­tech­nik nutzt kos­ten­lo­se Umwelt­ener­gie, für Hei­zung und Warm­was­ser­be­rei­tung und wird dar­über hin­aus vom Staat bezu­schusst. 

Das Grund­stück ist gekauft, die Bau­fir­ma auf Herz und Nie­ren geprüft und die Archi­tek­tur des Neu­baus bis ins kleins­te Detail geplant. Nun geht es an die Fein­ar­beit. Bei der Wahl der Heiz­tech­nik lohnt es sich eben­falls, etwas mehr Zeit zu inves­tie­ren, um Kos­ten und Effi­zi­enz der ver­schie­de­nen Sys­te­me mit­ein­an­der zu ver­glei­chen. Hin­sicht­lich der ste­tig stei­gen­den Kos­ten und feh­len­der Nach­hal­tig­keit fos­si­ler Brenn­stof­fe lohnt sich lang­fris­tig die Inves­ti­ti­on in ein Heiz­sys­tem, das mit erneu­er­ba­ren Ener­gi­en arbei­tet – wie die Wär­me­pum­pen­tech­nik.

 

Funk­ti­on der Wär­me­pum­pen­tech­nik

Wär­me­pum­pen ver­bren­nen kei­ne Ener­gie­trä­ger wie Koh­le, Erd­gas oder Erd­öl, sie nut­zen zur Ener­gie­ge­win­nung die Son­nen­wär­me der Luft, des Erd­reichs und des Grund­was­sers. Die Wär­me­pum­pen­tech­nik zieht die­se ther­mi­sche Ener­gie je nach genutz­ter Quel­le über Son­den oder Kol­lek­to­ren (Erd­wär­me), einer Brun­nen­an­la­ge (Was­ser­wär­me) oder einem Lüf­tungs­ge­rät (Luft) ab und gibt sie an ein Käl­te­mit­tel wei­ter, das in einem geschlos­se­nen Rohr­sys­tem zir­ku­liert. Das Käl­te­mit­tel erhitzt sich durch die Auf­nah­me der Umwelt­wär­me und ver­wan­delt sich bereits bei nied­ri­gen Tem­pe­ra­tu­ren zu Gas. Das Gas lei­tet das Heiz­sys­tem in einen soge­nann­ten „Ver­dich­ter“. Hier wird es kom­pri­miert. Durch die Reduk­ti­on des Gas­vo­lu­mens ent­steht ein hoher Druck. Die­ser sorgt dafür, dass das Tem­pe­ra­tur­ni­veau des Gases ansteigt. Die letz­te Sta­ti­on des erhitz­ten Käl­te­mit­tel­ga­ses ist ein Wär­me­tau­scher. An ihn gibt es die gewon­ne­ne Wär­me ab. Über den Wär­me­tau­scher fließt die Wär­me dann in das ver­zweig­te Flä­chen-Heiz­sys­tem des Gebäu­des ein und wird nun zum Erwär­men der Wohn­räu­me genutzt. Gleich­zei­tig erfolgt die Warm­was­ser­be­rei­tung.

 

Vor- und Nach­tei­le des Heiz­sys­tems

Die Wär­me­pum­pen­tech­nik bie­tet im Ver­gleich zu Heiz­sys­te­men, die auf fos­si­le Brenn­stof­fe ange­wie­sen sind, fünf wesent­li­che Vor­tei­le:

1. Sie nutzt kos­ten­lo­se Ener­gie­quel­len – damit redu­zie­ren sich die Heiz­kos­ten gegen­über ande­ren Heiz­tech­ni­ken auf etwa ein Drit­tel. Kos­ten ver­ur­sacht ledig­lich der elek­tri­sche Strom, den die Anla­ge wäh­rend des Umwand­lungs­pro­zes­ses der Umwelt­wär­me benö­tigt.

2. Sie belas­tet die Umwelt nicht – weder durch CO2- oder Fein­staub-Aus­stoß noch durch das Abhol­zen von Wäl­dern für die Gewin­nung von Brenn­ma­te­ri­al.

3. Sie ist abge­se­hen von elek­tri­schem Strom unab­hän­gig von ande­ren Ener­gie­quel­len und schafft dadurch eine lang­fris­ti­ge Kos­ten­sta­bi­li­tät.

4. Sie ist sicher – durch die Nut­zung risi­ko­frei­er Brenn­stof­fe herr­schen weder Ver­gif­tungs- noch Explo­si­ons­ge­fahr.

5. Sie ist war­tungs­frei – War­tungs­kos­ten für Kes­sel und Schorn­stein ent­fal­len.

Neben den offen­sicht­li­chen Vor­tei­len haben Wär­me­pum­pen eini­ge weni­ge Nach­tei­le. Dazu gehö­ren auf­wän­di­ge Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren und, je nach Bau­fir­ma, rela­tiv hohe Kos­ten für Son­den­boh­run­gen. Daher lohnt auf jeden Fall der inten­si­ve Ver­gleich. Denn es gibt eini­ge weni­ge Haus­bau­un­ter­neh­men, spe­zi­ell im Bereich der Fer­tig­haus­bran­che, bei denen Wär­me­pum­pen­tech­nik und sogar Son­den­boh­run­gen im Haus­preis ent­hal­ten sind.

Kos­ten der Wär­me­pum­pen und staat­li­che Zuschüs­se

Der Anschaf­fungs­preis und die Betriebs­kos­ten einer Wär­me­pum­pe rich­ten sich in ers­ter Linie nach der genutz­ten Wär­me­quel­le. So sind Heiz­sys­te­me, die Wär­me aus der Luft umwan­deln, zwar in der Anschaf­fung güns­ti­ger, ver­ur­sa­chen aber höhe­re Betriebs­kos­ten als Wär­me­pum­pen, die ihre Ener­gie aus dem Grund­was­ser oder dem Erd­reich bezie­hen. Der Grund dafür liegt in den Tem­pe­ra­tur­schwan­kun­gen der Luft. Anders als Grund­was­ser oder Erd­wär­me, die ein rela­tiv kon­stan­tes Tem­pe­ra­tur­ni­veau haben, muss die Wär­me­pum­pe stär­ke­re Tem­pe­ra­tur­schwan­kun­gen aus­glei­chen. Dafür benö­tigt sie mehr elek­tri­sche Ener­gie als eine Wär­me­pum­pe, die auf ein Medi­um mit einem kon­stan­ten Tem­pe­ra­tur­ni­veau zurück­greift.

Eine Wär­me­pum­pe kos­tet abhän­gig von ihrer Heiz­leis­tung und der genutz­ten Ener­gie­quel­le zwi­schen 6.000 und 12.000 Euro. Erschlie­ßungs- und Instal­la­ti­ons­kos­ten sind unter Umstän­den noch nicht beinhal­tet. Die­se Inves­ti­tio­nen müs­sen Sie jedoch nicht unbe­dingt allei­ne stem­men. In vie­len Fäl­len schießt der Staat als Markt­an­reiz­pro­gramm (MAP) für die umwelt­freund­li­che und effi­zi­en­te Heiz­tech­nik bis zu 5.000 Euro zum Anschaf­fungs­preis des Sys­tems hin­zu. Der Antrag muss jedoch unbe­dingt vor der Umset­zung des Bau­vor­ha­bens beim Bun­des­amt für Wirt­schaft und Aus­fuhr­kon­trol­le (BAFA) ein­ge­reicht wer­den.

Und noch ein wich­ti­ger Hin­weis: Das BAFA för­dert nur Anla­gen, die eine Jah­res­ar­beits­zahl* von min­des­tens 4,5 vor­wei­sen kön­nen.

 

 

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